Qi Gong ist eine der Säulen der traditionellen chinesichen Medizin und beinhaltet Übungen, die einer jahrtausend alten Bewegungs-kunst aus China angehören.

Sie dienten ursprünglich der Lebenspflege und –verlängerung und werden erst seit den 50er 

Jahren des vorigen Jahrhunderts unter dem o. g. Namen zusammengefasst. Ihre Wirkung ist 

breit gefächert und beruht auf der Beeinflussung physiologischer und psychischer 

Funktionen, oft in Verbindung mit der Atmung und mit verschiedenen Körperhaltungen und

immer mit der Vorstellungskraft, die den Qi-Fluss – die vitale Kraft – im Körper anregen.

QiGong steigert und fördert die Selbstheilungskräfte, Konzentrationsfähigkeit, Wahr-

nehmung, beruhigt den Geist, führt zu innerer und äußerer Harmonie und wir lachen wieder 

öfter!

Ich unterrichte:

Ba Duan Jin, Die 18 Ausdrucksformen, verschiedene 5 Elemente-Übungen, Das Spiel der 5 Tiere,

Jianshen Yi Qi Fa - Eine Übung zur Vermehrung des Qi, Kranichgang, Professorengang, Der 

schwimmende Drachen u. a.

Ba Duan Jin

Ba Duan Jin bedeutet „Acht Stücke Brokat” und bringt in diesem Namen die Wertschätzung dieser Übung zum Ausdruck, denn im alten China war der wertvolle Brokatstoff nur den Reichen und dem Kaiser vorbehalten.

Ba Duan Jin ist geeignet für Menschen, denen sanfte Bewegung hilft, sich in einen inneren Ruhezustand zu versetzen. Die Aufmerksamkeit ist auf bestimmte Bewegungsprinzipien gerichtet. Sie dehnen und strecken Rumpf und Beine und wirken insbesondere auf Muskulatur, Skelett und Wirbelsäule."

„Die acht edlen Übungen” – wie sie auch genannt werden – bieten gerade dem Anfänger einen idealen Einstieg in das QiGong, die chinesische ganzheitliche Lehre vom Umgang mit dem „Qiʺ.

Mit den Prinzipien des QiGong können des Übungen immer mehr verfeinert und vertieft werden und bieten somit eine gute Grundlage für komplexere Übungssysteme wie z.B. dem Taiji Quan.

Die 18 Ausdrucksformen

Die 18 Ausdrucksformen werden als Taiji-QiGong bezeichnet, weil sie Prinzipien sowohl vom QiGong als auch vom Taiji Quan vermitteln. Sie verbinden Festigkeit und Sanftheit, Fülle mit Leere, haben Ruhe und Gelassenheit während der Bewegung, brauchen Konzentration, Atemrhythmus, verbinden Körper und Geist und wecken das Qi über die Vorstellungskraft. 

Der Qi-Fluss wird in den jeweiligen Bewegungen in unterschiedlicher Weise angeregt und letztlich harmonisiert.

Die Fünf Elemente oder Fünf Wandlungsphasen

Als „Fünf Elemente” oder „Fünf Wandlungsphasen” bezeichnen die Chinesen Wasser, Feuer, Metall, Holz und Erde. Jedes Ding kann einem dieser Elemente zugeordnet werden. Zwischen den Fünf Elementen besteht ein genau definiertes Kräfte- und Wirkverhältnis. Sie bilden, neben der Yin - Yang - Theorie, die zweite Hauptsäule der chinesischen Medizin und stammen aus derselben Schule wie die Lehre von Yin und Yang.

Die fünf Elemente beschreiben die unterschiedlichen Qualitäten und Zustände, die den Natur-phänomenen innewohnen und stehen untereinander in einem genau definierten Wechselverhältnis.

Dieses Verhältnis, das den Kern der Fünf-Elemente-Theorie ausmacht, wird von den Chinesen in unterschiedlichen Kreisen beschrieben. So gibt es einen Kreis der gegenseitigen „Hervorbringung” welcher besagt, dass die fünf Elemente sich gegenseitig hervorbringen: Holz erzeugt Feuer, Feuer Erde, Erde Metall, Metall Wasser und Wasser wieder Holz. Des weiteren gibt es Kreise der gegenseitigen „Kontrolle” der Elemente, ihrer gegenseitigen Überwindung und einen der sogenannten „Verachtung” - all diese Zusammenhänge dienen dazu, das vielschichtige Verhältnis der Elemente untereinander zu beschreiben.

Danach lassen sich die menschlichen Organe und ihre Funktionen den fünf Elementen zuordnen und somit kann man auch das Verhältnis zwischen den Elementen auf das der Organe anwenden. Dahinter steht die Vorstellung, dass nach dem Modell der Fünf Elemente ein Kräfteverhältnis zwischen den Organen besteht, welches beim gesunden Menschen ausgewogen ist.

Wenn der Mensch im Einklang mit der Natur lebt, bleibt er gesund. Handelt er gegen die natürlichen Entwicklungen, wird er krank.

Daraus ergab sich ein System, das sich am Ablauf der vier Jahreszeiten orientierte, zu denen sich eine fünfte „Zwischenzeit” gesellte. Jedem ist es vertraut, dass man sich im Frühling anders fühlt als im Winter oder im Herbst. Die Natur vermittelt dem Menschen im Frühjahr den Unternehmungs-geist, im Herbst eine eher traurige Grundstimmung, im Winter die Lust auf Rückzug und Gemüt-lichkeit im trauten Heim und im Sommer die magische Anziehungskraft der Geselligkeit in Cafes und Biergärten. Für die Gesundheit bedeutet das, im Einklang mit den fünf Jahreszeiten zu leben, um gesund zu bleiben oder zu werden.

Es gibt verschiedene QiGongübungen, die sich auf die oben beschriebenen Wirkungsweisen beziehen. Sie zielen drauf ab, den Qifluss im Körper zu harmonisieren.

Ich unterrichte 3 verschiedene Formen. Hier die 5 Räder und das Spiel der 5 Tiere.

Die 5 Räder

Das Spiel der 5 Tiere

Das Spiel der 5 Tiere ist vielleicht das älteste überlieferte QiGong System und gilt als Vorläufer des Taiji Quan und der inneren Kampfkünste. 

Die 5 Tiere - Tiger, Hirsch, Bär, Affe, Kranich - symbolisieren die 5 Elemente - Wasser, Holz,

Erde, Feuer, Metall - deren Beziehungen untereinander in der daoistischen Philosophie und in der

TCM eine wesentliche Rolle spielen.

Die Form, die ich in Peking kennenlernte und jetzt auch unterrichte, ordnet jedem Tier jeweils 2 Bewegungsabläufe zu. Es ist dadurch eine überschaubare Form, die Taiji- und QiGong Prinzipien in sich vereinigt und Lust auf Vertiefung macht.

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Matthias Ritzmann

Übung zur Stärkung des Qi - Jianshen Yi Qi Fa

Diese Übung ist relativ jung, wurde 1984 von dem bekannten Gungfu-Experten Sha GuoZheng entwickelt.

Die 8 Bewegungsfolgen im Stil des Taiji Quan verbinden Kraft und Sanftmut, vergleichbar mit fließenden Strömen oder dahin ziehenden Wolken. Sie vermitteln das Yin und Yang Prinzip und können als Basistraining für Taiji Quan genutzt werden, aber auch als Aufbautraining für wenig trainierte Menschen. 

Regelmäßig praktiziert, stärkt sie das Herz-Kreislauf-System, das Nervensystem (Balance zwischen Sympatikus und Parasympatikus), die Verdauung, entwickelt die Körperwahrnehmung und die koordinativen Fähigkeiten, kräftigt den Bewegungsapparat und fördert Konzentration und Entspannung.

Übungen aus dem Übungssystem des Taiji Quan und dem QiGong im allgemeinen stärken das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein.

Taiji Qigong Zentrum Halle · Dr. Gabriele Schäfer © 2010